SCHEIDUNGSRECHT

Für die Scheidung benötigt man grundsätzlich einen Rechtsanwalt. Wer den Scheidungsantrag einreichen will, beauftragt den Rechtsanwalt dies zu tun. Ist der andere Ehegatte einverstanden, braucht er dem Scheidungsantrag nur zuzustimmen und benötigt nicht zusätzlich einen eigenen Rechtsanwalt. Dadurch reduzieren sich die Kosten der Scheidung.

Voraussetzung hierfür ist, dass man sich unter anderem über die Ehewohnung, Kindesunterhalt, Ehegattenunterhalt und den Hausrat einig ist. Neben der Verringerung der Anwaltskosten nach der neuen Gebührenordnung besteht auch die Möglichkeit bei geringem Verdienst Prozesskostenhilfe zu beantragen. Je nach dem jeweiligen Einkommen kommt nach Gewährung des Antrags der Staat für die Scheidungskosten auf.

 

Scheidungstipps

Hier sind einige wichtige Punkte aufgeführt, die bei einem Scheidungsverfahren zu beachten sind. Falls hierzu Fragen auftauchen sollten, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

- Ab wann kann ich die Scheidung einreichen?

Voraussetzung für das Einreichen des Scheidungsantrags ist, dass die Ehegatten seit mindestens einem Jahr voneinander getrennt leben. Das heißt die Scheidung kann nur eingeleitet werden, wenn einer der Ehegatten nachweislich seit einem Jahr aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ist. Ein Getrenntleben ist unter engen Voraussetzungen auch innerhalb der ehelichen Wohnung möglich, dies muss allerdings im Einzelfall geklärt werden.

- Wie wird der Hausrat verteilt?

Grundsätzlich sind Ehepartner in der Verteilung ihres Hausrates frei. Hierbei ist es von Vorteil eine schriftliche Vereinbarung zu treffen. Für den Fall dass keine Einigung erzielt werden kann, besteht die Möglichkeit das Gericht die Verteilung des Hausrats durchführen zu lassen.

- Wer erhält das Sorgerecht der gemeinsamen Kinder?

Heutzutage wird meistens für das gemeinsame Sorgerecht der Eltern entschieden. Nur in Ausnahmefällen wird einem Ehepartner das alleinige Sorgerecht übertragen.

- Wie regelt sich das Besuchs- und Umgangsrecht?

Ein Besuchs- und Umgangsrecht hat derjenige, der kein Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder hat. Zum Wohl des Kindes gehört aber in der Regel der Kontakt mit beiden Elternteilen. Die Ausgestaltung des Umgangsrechts können beide Ehegatten eigenverantwortlich und einvernehmlich regeln.

- Was passiert mit dem während der Ehe erworbenen Vermögen?

Der Anspruch auf während der Ehe erworbenem Vermögen besteht erst, wenn das Scheidungsverfahren eingeleitet ist. Bei der Berechnung des Zugewinns bleiben Erbschaften und Schenkungen von Dritten unberücksichtigt.

- Muss immer ein Versorgungsausgleich stattfinden?

Falls beide Ehepartner ungefähr gleich hohe Anwartschaften erzielt haben, kann im Scheidungstermin auf die Durchführung des Versorgungsausgleichs verzichtet werden. Grundsätzlich ist es möglich, den Versorgungsausgleich vor dem Notar auszuschließen. Dieser Ausschluss ist allerdings nur wirksam, wenn seit dem Ausschluss ein Jahr vergangen ist.

- Wie errechnet sich der Unterhalt für Ehegatten?

Beim Ehegattenunterhalt ist streng zu unterscheiden zwischen dem Trennungs- und dem nachehelichen Unterhalt. Dabei errechnet sich der Unterhalt nach den ehelichen Lebensverhältnissen, dies kann nur ein Fachmann.

- Wie errechnet sich der Kindesunterhalt?

Versuchen Sie nicht selbst den Kindesunterhalt zu errechnen, denn nur ein Fachmann kann die Düsseldorfer Tabelle lesen, die für diese Berechnungen erforderlich ist. Hierbei sind auch die Neuerungen des Unterhaltsrechts seit 2008 zu beachten.

Ablauf der Scheidung

1. Bitte füllen Sie das Scheidungsantragsformular sorgfältig aus und schicken uns dieses dann per E-mail, Fax oder Post zu.

2. Daraufhin erhalten Sie von uns eine Eingangsbestätigung und ein Schreiben aus dem hervorgeht, welche Unterlagen für Ihr Scheidungsverfahren benötigt werden. Senden Sie uns alle notwendigen Unterlagen – inklusive original Familienstammbuch/Heiratskurkunde. Über den Eingang Ihrer Unterlagen erhalten Sie von unseine Empfangsbestätigung.

3. Im nächsten Schritt fertigen wir für Sie den Scheidungsantrag an und sende Ihnen einen Entwurf zur Überprüfung zu. Zusätzlich erhalten Sie gleich eine Mitteilung über die Höhe der kalkulierten Gerichtskosten.

4. Nach Ausgleich der Gerichtskosten wird der Scheidungsantrag umgehend bei Gericht eingereicht. Das Gericht wird erst tätig, wenn die Gerichtskosten einbezahlt sind.

5. Das Gericht leitet dann den Scheidungsantrag an den Ehegatten weiter. Falls er nicht durch einen Rechtsanwalt vertreten ist, sollte er dem Gericht kurz mitteilen, dass er der Scheidung zustimmt.

6. Von Amts wegen prüft das Gericht im Regelfall die Höhe der während der Ehezeit von beiden Ehegatten begründeten Rentenanwartschaften.
Die Formulare über den Versorgungsausgleich können Sie hier als
PDF-Datei runterladen
.

7. Es erfolgt eine Klärung der Rentenkonten durch den jeweils zuständigen Rententräger, der die Höhe der während der Ehezeit erbrachten Rentenanwartschaften errechnet. Erst wenn das geklärt ist, bestimmt das Gericht einen Scheidungstermin.

8. Nun bestimmt das Gericht einen Termin für die Scheidung, zu dem beide Ehepartner persönlich erscheinen. Zu diesem Termin muss der Personalausweis unbedingt mitgebracht werden! Zudem wird hierbei einer der Ehegatten grundsätzlich durch den beauftragten Rechtsanwalt vertreten. Dies ist an jedem Amtsgericht in Deutschland möglich.

9. Der Scheidungstermin dauert ca. 10 – 20 Minuten. Soweit die Ehepartner unterschiedlich hohe Rentenanwartschaften erwirtschaftet haben, findet bei der Scheidung ein Ausgleich der Anwartschaften statt. Nachdem beide Ehepartner erklärt haben, dass sie die Ehe nicht mehr aufrechterhalten wollen, wird die Scheidung ausgesprochen. Die Ehegatten werden in diesem Termin grundsätzlich persönlich angehört.

Scheidungsformular

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